
Was kostet eine neue Heizung? Für ein Einfamilienhaus liegt die Investition je nach Heizsystem schnell zwischen rund 14.000 und mehr als 40.000 Euro. Mit zusätzlichen Umbauten kann das Projekt noch deutlich teurer werden. Der Unterschied hängt nicht nur von der Heizungsart ab. Mindestens genauso wichtig ist, was im Angebot tatsächlich enthalten ist.
Bei einer neuen Gasheizung können vorhandene Anschlüsse einen Teil der Kosten sparen. Eine Wärmepumpe wird dagegen schnell teurer, wenn Elektroarbeiten, neue Heizkörper oder ein Fundament dazukommen. Eine Pelletheizung braucht zusätzlich Platz für Lager und Fördertechnik.
Wer Angebote vergleichen will, sollte deshalb nicht nur auf den Gerätepreis schauen. Bei den Kosten einer neuen Heizung zählt der Gesamtpreis bis zur betriebsfertigen Anlage. Genau dieser Gesamtpreis ist entscheidend, wenn eine neue Heizungsanlage Kosten verursacht, die weit über den reinen Gerätepreis hinausgehen.
Neue Heizung: Kosten im Vergleich
Die folgenden Werte sind Richtwerte für ein Einfamilienhaus. Bei größeren Gebäuden, aufwendigen Umbauten oder zusätzlichen Arbeiten kann der Preis deutlich höher liegen.
Für die Heizungskosten im Einfamilienhaus ist deshalb ein Vergleich nach Heizungsart nur der erste Schritt. Ebenso wichtig sind Einbau, notwendige Nebenarbeiten und die Frage, welche Teile der vorhandenen Anlage weitergenutzt werden können.
| Heizungsart | Kosten im Altbau: Anlage + Einbau* | Förderung 2026 | Was zusätzlich teuer werden kann |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | ca. 28.270 € bis 40.390 € | KfW-Förderung möglich | Elektroarbeiten, Fundament, Heizkörper, weitere Umbauten |
| Gas-Brennwertheizung | ab ca. 14.230 € | keine Förderung für reine Gasheizung | Gasanschluss, Schornstein, Leitungen, Heizkörper |
| Öl-Brennwertheizung | ab ca. 17.730 € | keine Förderung für reine Ölheizung | Tank, Entsorgung, Schornstein, weitere Umbauten |
| Pelletheizung | ab ca. 30.450 € | KfW-Förderung möglich | Lagerraum, bauliche Anpassungen, Schornstein |
| Fernwärme | keine belastbare bundesweite Pauschale | Anschluss kann förderfähig sein | Versorger, Netzlage, Tiefbau, Übergabestation |
*BKI-Werte für den Altbau, Stand 1. Quartal 2026. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe beziehen sich 28.270 Euro auf eine Anlage bis 15 kW, 40.390 Euro auf eine Anlage bis 25 kW. Die BKI-Preise umfassen Anlage und Einbau, aber keine zusätzlichen Abbruch- und Umbaumaßnahmen. Genau diese Abgrenzung macht die Werte untereinander vergleichbar.

Für den eigentlichen Heizungskosten-Vergleich nutzen wir hier bewusst eine einheitliche Datengrundlage. Schwäbisch Hall veröffentlicht dafür aktuelle BKI-Werte aus dem 1. Quartal 2026. Für den Altbau liegen eine Gas-Brennwerttherme bis 25 kW bei rund 14.230 Euro, eine Öl-Brennwerttherme bei rund 17.730 Euro, ein Pelletkessel bis 25 kW bei rund 30.450 Euro und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe je nach Leistung bei rund 28.270 bis 40.390 Euro. Die Werte enthalten Anlage und Einbau, aber keine zusätzlichen Abbruch- und Umbaumaßnahmen.
Quelle: Schwäbisch Hall / BKI: Neue Heizung Kosten 2026
Das ist wichtig, weil reale Angebote eine andere Systemgrenze haben können. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg untersuchte 40 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Einfamilienhäusern. Dort lagen die Gesamtkosten zwischen rund 29.000 und 62.000 Euro, im Durchschnitt bei etwa 43.000 Euro. In einigen Angeboten fehlten trotzdem Leistungen wie Elektroinstallation, Fundamentarbeiten oder hydraulischer Abgleich. Dadurch konnten später weitere Kosten entstehen.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Die beiden Zahlenblöcke widersprechen sich also nicht: Die BKI-Werte eignen sich für einen vergleichbaren Blick auf Anlage plus Einbau. Reale Angebote zeigen dagegen, was ein konkretes Projekt nach Planung, Zusatzarbeiten und Anbieterpreis tatsächlich kosten kann.
Was kostet eine neue Heizung mit Einbau?
Bei Angeboten lohnt sich ein genauer Blick auf den Begriff „Einbau“. Zwei Angebote über 28.000 und 34.000 Euro können am Ende fast gleich teuer sein, wenn beim günstigeren mehrere notwendige Arbeiten fehlen.
Zum vollständigen Heizungstausch können gehören:
- Wärmeerzeuger und Regelung
- Lieferung und Montage
- Demontage der alten Heizung
- Entsorgung von Kessel oder Tank
- Warmwasser- oder Pufferspeicher
- Pumpen und Armaturen
- hydraulischer Abgleich
- Anpassung von Rohren und Heizkreis
- neue oder größere Heizkörper
- Elektroinstallation
- Fundament oder Wanddurchbrüche
- Abgasleitung oder Arbeiten am Schornstein
- Gas-, Wärme- oder anderer Netzanschluss
- Inbetriebnahme und Einregulierung
Bei Wärmepumpen können die Nebenarbeiten einen großen Teil der Rechnung ausmachen. In der Angebotsanalyse der Verbraucherzentrale lagen allein die Elektroarbeiten zwischen 950 und 5.950 Euro, Fundamentarbeiten zwischen 595 und 4.800 Euro und Montage- sowie Lohnkosten zwischen 3.800 und 18.000 Euro.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Für den Vergleich ist deshalb eine Frage wichtiger als der reine Gerätepreis:
Was kostet die fertige Heizung inklusive aller Arbeiten, die in meinem Haus wirklich nötig sind?
Heizungstausch: Kosten im Einfamilienhaus
Wer die Heizung austauschen oder die Heizung erneuern will, muss neben dem neuen Gerät auch die Kosten der Anpassung an das bestehende Haus einplanen. Beim Austausch einer bestehenden Anlage hängt viel davon ab, wie gut die neue Technik zum Haus passt.
Wird eine alte Gasheizung wieder durch eine Gasheizung ersetzt, lassen sich Leitungen, Heizflächen und Anschlüsse teilweise weiterverwenden. Das kann die Investition zunächst niedrig halten.
Beim Wechsel von Gas oder Öl auf eine Wärmepumpe sieht es anders aus. Einzelne Heizkörper müssen möglicherweise größer werden, die Elektrik muss zur neuen Anlage passen und draußen wird ein geeigneter Platz für die Außeneinheit gebraucht. Bei Erd- oder Grundwasserwärmepumpen kommen Arbeiten für die Wärmequelle hinzu.
Eine Pelletheizung braucht Lagerraum und Fördertechnik. Wer bisher mit Öl heizt, kann einen vorhandenen Tankraum unter Umständen für das Pelletlager nutzen. Neu geplant werden muss das System trotzdem.
Auch das Alter der bestehenden Anlage spielt eine Rolle. Wer noch nicht weiß, ob ein Austausch überhaupt ansteht, findet eine Einordnung unter Wie lange hält eine Heizungsanlage?.
Neue Heizung: Kosten im Altbau
Bei einer neuen Heizung im Altbau entstehen die zusätzlichen Kosten oft nicht am Wärmeerzeuger selbst, sondern bei den nötigen Anpassungen rund um die Anlage.
Zu kleine Heizkörper: Für eine Wärmepumpe können einzelne Heizkörper vergrößert oder ersetzt werden.
Alte Elektrik: Eine Wärmepumpe kann Änderungen am Zählerschrank oder zusätzliche Leitungen erfordern.
Alter Schornstein: Bei Gas-, Öl- oder Pelletheizungen kann die Abgasführung angepasst werden müssen.
Öltank: Wer von Öl auf ein anderes System wechselt, muss Stilllegung und Entsorgung mit einplanen.
Unpassende Hydraulik: Alte Anlagen wurden häufig über Jahre verändert. Vor dem Heizungstausch kann deshalb ein hydraulischer Abgleich oder eine Anpassung des Rohrnetzes nötig sein.
Mehr dazu steht im Ratgeber zum hydraulischen Abgleich.
Bei einer Wärmepumpe ist für die Kosten weniger entscheidend, ob sie grundsätzlich im Altbau funktioniert. Wichtiger ist, wie viel am bestehenden Heizsystem geändert werden muss. Wärmepumpen können auch in vielen Bestandsgebäuden sinnvoll arbeiten, wenn ausreichend große Heizflächen und moderate Vorlauftemperaturen möglich sind.
Quelle: Verbraucherzentrale
Heizung einbauen: Kosten im Neubau
Wer im Neubau eine Heizung einbauen lässt, hat eine andere Kostenstruktur als beim Austausch im Bestand. Die Heizung wird von Anfang an zusammen mit dem Gebäude geplant. Viele Umbaukosten, die bei einem Heizungstausch im Bestand entstehen, fallen deshalb weg.
Gleichzeitig werden in Neubauangeboten häufig Leistungen zur „Heizung“ gerechnet, die im Bestandsgebäude längst vorhanden sind, zum Beispiel:
- Fußbodenheizung
- komplette Rohrinstallation
- Heizkreisverteiler
- Warmwassersystem
- Regelung
- technische Planung
Ein Preis für eine Wärmepumpe im Neubau lässt sich deshalb nicht sinnvoll mit einem Angebot für den Austausch einer Gasheizung im Bestand vergleichen.
Beim Angebotsvergleich sollte immer klar sein, wo die Preisgrenze gezogen wird: Geht es nur um den Wärmeerzeuger, um die komplette Heizungsanlage oder um die gesamte Wärmeverteilung im Haus?
Neue Heizung: Förderung 2026
Wer die Förderung für eine neue Heizung in die Rechnung einbezieht, muss seit dem 21. Juli 2026 mit neuen Bedingungen der KfW-Heizungsförderung rechnen.
Für ein Einfamilienhaus werden aktuell maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Für bestimmte selbstnutzende Eigentümer kommen ein Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit 16 Prozent und ein einkommensabhängiger Bonus von 10 bis 40 Prozent hinzu. Je nach Voraussetzungen sind bis zu 80 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten möglich. Der maximale Zuschuss bei 28.000 Euro Kosten beträgt damit 22.400 Euro.
Quelle: KfW, Programm 458
Die 80 Prozent beziehen sich nicht automatisch auf die komplette Rechnung.
Kostet eine Wärmepumpe beispielsweise 40.000 Euro, werden bei einem Einfamilienhaus trotzdem höchstens 28.000 Euro als förderfähige Kosten angesetzt. Alles darüber bleibt unabhängig vom Fördersatz beim Eigentümer.
Beispiel: Wärmepumpe für 40.000 Euro
Angenommen, die kompletten Kosten betragen 40.000 Euro und sämtliche berücksichtigten förderfähigen Ausgaben erreichen den Höchstbetrag von 28.000 Euro.
| Förderquote | Zuschuss | Verbleibende Kosten aus 40.000 € |
| 30 % | 8.400 € | 31.600 € |
| 46 % | 12.880 € | 27.120 € |
| 80 % | 22.400 € | 17.600 € |
Die 46 Prozent ergeben sich beispielsweise aus 30 Prozent Grundförderung plus aktuell 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus. Ob der Bonus im konkreten Fall greift, hängt unter anderem von der alten Heizung und der Selbstnutzung ab.
Für Planungen ab 2027 wichtig: Ab 1. Februar 2027 sinkt der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit erstmals um 750 Euro und danach halbjährlich weiter. Auch der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um vier Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab August 2028.

Der frühere Effizienzbonus für bestimmte Wärmepumpen gilt seit der Reform vom 21. Juli 2026 nicht mehr.
Quelle: KfW: Anpassungen 2026
Welche Kosten fördert die KfW?
Nicht nur das Heizgerät kann förderfähig sein. Auch notwendige Arbeiten rund um den Heizungstausch können berücksichtigt werden, wenn sie die Förderbedingungen erfüllen.
Bei einer Wärmepumpe können dazu zum Beispiel Anpassungen am Heizsystem, Elektroarbeiten oder einzelne neue Heizkörper gehören. Die KfW verlangt bei einer geförderten Heizungsmodernisierung außerdem eine Optimierung des Heizungsverteilungssystems inklusive hydraulischem Abgleich beziehungsweise einer entsprechenden Anpassung bei luftgeführten Systemen.
KfW 458 gilt für bestehende Wohngebäude. Der Bauantrag beziehungsweise die Bauanzeige muss bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegen. Für einen Neubau ist dieses Programm daher nicht die passende Förderung.
Vor dem Antrag brauchst du außerdem eine Bestätigung zum Antrag durch einen Energieeffizienz-Experten oder Fachbetrieb sowie einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Förderbedingung. Mit den Arbeiten vor Ort darf vor Antragstellung nicht begonnen werden.
Quelle: KfW, Programm 458
Gas oder Öl: Günstiger Einbau, aber neue Folgekosten
Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz von 2026 können Eigentümer wieder freier zwischen Heizsystemen wählen. Auch neue Gas- und Ölheizungen sind grundsätzlich wieder zulässig. Die frühere allgemeine 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen wurde gestrichen.
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Das macht fossile Heizungen nicht automatisch zur günstigsten Lösung.
Für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen steigt ab 2029 der vorgeschriebene Anteil klimafreundlicherer Brennstoffe. Vorgesehen sind 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040.
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Gebäudemodernisierungsgesetz
Dazu kommt der CO₂-Preis. 2026 liegt er für Öl und Gas in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne CO₂.
Quelle: ADAC
Wer sich heute für Gas oder Öl entscheidet, sollte deshalb zwei getrennte Rechnungen machen:
- Was kostet der Einbau jetzt?
- Was kann der Betrieb über die nächsten 15 bis 20 Jahre kosten?
Für diese Langfristbetrachtung lohnt sich auch der Blick auf die typische Lebensdauer einer Gasheizung und die Lebensdauer einer Wärmepumpe.
Beim Einbau fällt Gas häufig günstig aus. Bei den langfristigen Kosten ist das Ergebnis deutlich unsicherer.

Welche Heizung ist am günstigsten?
Bei der Frage welche Heizung am günstigsten ist, kommt es darauf an, ob Anschaffung, Förderung oder die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer gemeint sind.
Am günstigsten bei der Anschaffung
Wenn ein Gasanschluss bereits vorhanden ist und kaum Umbauten nötig sind, gehört eine Gas-Brennwertheizung weiterhin zu den günstigeren Varianten beim reinen Kauf und Einbau. Die BKI-Vergleichswerte für den Altbau beginnen bei rund 14.230 Euro.
Am günstigsten nach Förderung
Nach Förderung kann sich das Bild deutlich ändern. Wärmepumpen, Pelletheizungen und andere förderfähige Systeme können Zuschüsse erhalten. Eine höhere Rechnung vor Förderung kann deshalb nach Förderung viel näher an einer fossilen Heizung liegen, als der Angebotspreis zunächst vermuten lässt.
Am günstigsten über die gesamte Lebensdauer
Das lässt sich ohne Angaben zum Haus nicht seriös pauschalisieren.
Strompreis, Brennstoffpreis, Wärmebedarf, Dämmung, Wartung, CO₂-Kosten und die tatsächliche Effizienz der Anlage wirken über viele Jahre. Aktuelle Langfristmodelle sehen für fossile Heizungen wegen CO₂-Preis und künftigem Anteil grüner Brennstoffe ein deutliches Kostenrisiko. Solche Berechnungen hängen jedoch von Annahmen über künftige Energiepreise ab und lassen sich nicht eins zu eins auf jeden Haushalt übertragen.
Quelle: co2online
Was wird bei Angeboten für eine neue Heizung gern vergessen?
Ein niedriger Gesamtpreis hilft nur, wenn wirklich alle notwendigen Arbeiten enthalten sind.
Prüfe besonders diese Positionen:
Demontage und Entsorgung: Ist die alte Anlage inklusive Tank wirklich im Preis?
Elektroarbeiten: Bei Wärmepumpen kann der Zählerschrank zusätzliche Arbeiten verursachen.
Heizkörper: Steht im Angebot nur „bauseits“, zahlst du sie später separat.
Fundament: Bei einer Außeneinheit sollte klar sein, ob diese Arbeit enthalten ist.
Warmwasser: Passt der vorhandene Speicher oder wird ein neuer benötigt?
Hydraulischer Abgleich: Bei Förderung sollte feststehen, wer ihn ausführt und was er kostet.
Inbetriebnahme: Ist die Anlage nur montiert oder auch vollständig eingestellt?
Förderfähige Kosten: Ein hoher Rechnungsbetrag führt nicht automatisch zu einem entsprechend hohen KfW-Zuschuss.
Die Angebotsanalyse der Verbraucherzentrale zeigt, warum diese Punkte wichtig sind. Unklare oder als „bauseits“ bezeichnete Positionen konnten bei Wärmepumpen zu mehr als 10.000 Euro zusätzlichen Kosten führen.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
So vergleichst du Heizungsangebote sinnvoll
Drei Angebote bringen wenig, wenn jedes einen anderen Leistungsumfang hat. Vergleiche deshalb nicht nur die Endsumme, sondern auch die enthaltenen Arbeiten.
Bei jedem Angebot sollten diese Fragen beantwortet sein:
- Ist der komplette Einbau enthalten?
- Welche Nebenarbeiten fehlen?
- Welche Positionen sind nur geschätzt?
- Welche Kosten gelten als förderfähig?
- Welche Arbeiten muss der Eigentümer selbst organisieren?
- Ist ein Festpreis vereinbart oder sind erhebliche Nachträge möglich?
Gerade bei einem größeren Heizungstausch lohnt sich der Vergleich Zeile für Zeile. Eine fünfstellige Preisdifferenz kann auf einen teuren Anbieter hindeuten. Sie kann aber genauso bedeuten, dass im günstigeren Angebot mehrere notwendige Arbeiten fehlen.
Laufende Wartung gehört nicht zum Kaufpreis
Auch nach dem Einbau entstehen Kosten. Wartung, Schornsteinfeger, Strom für Pumpen und Regelung sowie Reparaturen gehören nicht zur eigentlichen Investition.
Wie hoch die Wartungskosten je nach Heizungsart ausfallen, behandeln wir separat unter Heizungswartung Kosten.
Trotzdem sollte der Kaufpreis nicht völlig isoliert betrachtet werden. Eine Anlage, die beim Einbau 5.000 Euro günstiger ist, kann diesen Vorteil über 15 oder 20 Jahre durch höhere Energiekosten wieder verlieren.
Was bedeuten die Kosten für Mieter?
Die Preisangaben in diesem Artikel richten sich vor allem an Eigentümer, die eine Heizungsanlage kaufen oder austauschen.
Mieter bezahlen die neue Anlage nicht einfach als Rechnung des Heizungsbauers. Ob und in welcher Höhe nach einer Modernisierung die Miete steigen darf, richtet sich nach eigenen mietrechtlichen Regeln.
Das behandeln wir separat unter Neue Heizung auf Mieter umlegen: Wie hoch darf die Mieterhöhung sein?.
Häufige Fragen zu den Kosten einer neuen Heizung
Das hängt stark von der Heizungsart und vom Leistungsumfang ab. Nach den BKI-Werten für den Altbau kostet eine Gas-Brennwerttherme bis 25 kW inklusive Einbau rund 14.230 Euro, ein Pelletkessel bis 25 kW rund 30.450 Euro und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe je nach Leistung rund 28.270 bis 40.390 Euro. Abbruch, Entsorgung und weitere Umbauten sind in diesen Vergleichswerten noch nicht enthalten.
Einen einheitlichen Preis gibt es nicht. Je nach System und Umbauaufwand reicht die Größenordnung von weniger als 10.000 Euro bis weit über 40.000 Euro. Für eine sinnvolle Budgetplanung sollten deshalb zuerst Heizungsart und notwendige Nebenarbeiten geklärt werden.
Bei förderfähigen Heizungen beträgt die KfW-Grundförderung derzeit 30 Prozent. Je nach Voraussetzungen können Bonusförderungen hinzukommen. Für die erste Wohneinheit werden aktuell höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Je nach Antragsteller sind bis zu 80 Prozent Zuschuss möglich.
Quelle: KfW, Programm 458
Vor Förderung meistens ja. Bei einer Wärmepumpe können Gerät, Montage und Umfeldarbeiten deutlich höhere Investitionskosten verursachen. Nach Förderung wird der Abstand kleiner. Für die langfristige Wirtschaftlichkeit müssen zusätzlich Energie-, Wartungs- und zukünftige Brennstoffkosten berücksichtigt werden.
Nein. Entscheidend ist, welche vorhandenen Teile weitergenutzt werden können. Müssen Heizkörper, Elektrik, Rohrsystem, Schornstein oder andere Komponenten angepasst werden, steigt der Preis.
Für KfW 458 brauchst du vor dem Antrag einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung zur Förderzusage. Mit den Arbeiten vor Ort darf vor Antragstellung nicht begonnen werden.
Quelle: KfW, Programm 458
Fazit: Entscheidend ist der Komplettpreis
Bei einer neuen Heizung zählt nicht nur, was das Gerät kostet. Für die Planung sind drei Zahlen wichtiger:
Gesamtkosten bis zur betriebsfertigen Anlage, mögliche Förderung und verbleibender Eigenanteil.
Eine Gasheizung kann beim Kauf einen deutlichen Preisvorteil haben. Eine Wärmepumpe kostet im Einbau häufig mehr, kann aber gefördert werden. Pelletheizungen liegen bei der Investition dazwischen, brauchen dafür zusätzliche Technik und Lagerplatz. Bei Fernwärme hängt der Preis stark vom lokalen Anschlussfall ab.
Wer diese drei Werte für mehrere Angebote nebeneinanderlegt, sieht deutlich besser, was die neue Heizung tatsächlich kostet.
Stand: 21. August 2026
Quellen
- Schwäbisch Hall / BKI: Neue Heizung Kosten 2026
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude, Programm 458
- KfW: Anpassungen 2026
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Gebäudemodernisierungsgesetz
- Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Analyse von Wärmepumpen-Angeboten
- Verbraucherzentrale: Wärmepumpe im Eigenheim
- ADAC: CO₂-Preis für Öl und Gas